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Codices Manuscripti, Supplementum 7

Jahrgang 33 (2012), Suppl. 07
Quellen zur mittelalterlichen Musik- und Liturgiegeschichte des Klosters Mondsee
ISBN: 0379-3621
ET: 2012

Quellen zur Mittelalterlichen Musik-und Liturgiegeschichte des Klosters Mondsee

Robert Klugseder, mit Beiträgen von Alexander Rausch, Martin Roland und Hanna Zühlke

Mit dem vorliegenden Band über die Musik des Mittelalters im Kloster Mondsee ist bereits das siebente Supplementum der Codices Manuscripti erschienen. Diese Publikation steht thematisch in der Nähe von Supplementum 5 (Robert Klugseder unter Mitarbeit von Alexander Rausch, Ausgewählte mittelalterliche Musikfragmente der Österreichischen Nationalbibliothek Wien. 2011).

Die aktuelle Aufbewahrung der Textzeugen für die Pflege der liturgischen Musik des Mittelalters im Kloster Mondsee bzw. in den Pfarren dieses Stiftes steht in engem Bezug zur Geschichte dieser Stiftung des Herzogs von Bayern aus dem Jahre 748. Mondsee wurde nach lokaler Tradition durch Mönche aus Monte Cassino besiedelt und unter den Karolingern als Reichsabtei gefördert. Im Mittelalter war in Mondsee ein Ausgangspunkt von monastischen Erneuerungsbewegungen, etwa im 12. Jahrhundert oder im 15. Jahrhundert unter dem Einfluß von Melk. Die Aufhebung des Klosters im Jahre 1791 durch Kaiser Leopold II. hatte zur Folge, daß sich über 700 mittelalterliche Manuskripte aus Mondsee heute in der Österreichischen Nationalbibliothek, in der Oberösterreichischen Landesbibliothek und der katholisch- theologischen Universitätsbibliothek Linz befinden. Der hohe Anteil an Fragmenten zeigt außerdem, daß liturgische Handschriften oft intensiv verwendet wurden und ihre Reste vor allem als Schutzblätter, als Spiegelkaschierung oder als Einband überlebt haben. Durch die Zusammenführung von Fragmenten aus den Beständen in der Österreichischen Nationalbibliothek, der Oberösterreichischen Landesbibliothek und dem Oberösterreichischen Landesarchiv konnte Robert Klugseder, Experte für mittelalterliche Musik an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die ältesten Zeugnisse musikalischer Notation in Österreich aus der Mitte des 11. Jahrhunderts erschließen. Von Interesse sind ferner das einzige Zeugnis der Werke des österreichischen Dichtermönches Christian von Lilienfeld mit Melodien und ein großformatiges Antiphonar mit prachtvollem Buchschmuck aus dem Jahre 1430, heute an der katholisch-theologischen Universitätsbibliothek Linz.

€ 149,00